Mietrecht neu: Gesetzliche Höchstmiete muss her!

Durchschnittlich 7,98 Euro zahlt ein österreichischer Mieter pro Quadratmeter für seine Wohnung. Dabei klaffen die Mieten zwischen den Bundesländern Salzburg (8,7€/m2) und Burgenland (5,4€/m2) um 3,3 Euro pro Quadratmeter. Das können locker 560 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung werden – wohlbemerkt ohne Betriebskosten! Rechnet man die Mieterhöhungen der Jahre 2012 bis 2016 zusammen, kommt man auf eine Steigerung der Mietpreise von 16 Prozent. Wohlbemerkt, handelt es sich bei der Mikrozensus Wohnungserhebung der Statistik Austria ausschließlich um Durchschnittswerte!

Wo soll das noch hin?

Wo soll das noch? Wohnungsmarkt in Metropolen.

Wer will und vor allem, wer kann das noch bezahlen? Wer setzt sich für die Mieter ein? Soll das Wohlergehen längerfristig auf der Strecke bleiben?
Allein in Wien leben 78 Prozent der Bevölkerung in Miete. In Niederösterreich sind es gerade einmal 27 Prozent. Wo viel Land, da günstig. Dafür herrscht in Großstädten Mietwucher, Tendenz steigend. Neuer Wohnraum wird damit zunehmend knapper, womit sich gut spekulieren lässt. Die Eigentümer interessiert das finanzielle Problem kaum. Nein, sie kaufen weitere Wohnungen in Ballungszentren und fördern dadurch die Immobilienblase. Hier gilt das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.

Wohlbemerkt entscheidet nicht zwingend der Zustand
oder die Ausstattung über den Wohnungspreis!

Ein Dach über dem Kopf darf kein Luxus sein. So wie die Käsescheibe auf dem Butterbrot, muss auch Wohnen leistbar sein. Es ist ebenso ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken. Jeder Mieter sollte sich daher an einer klaren Mietobergrenze orientieren dürfen, sowohl für Altbau als auch für Neubau.
Zudem werden immer mehr Wohnungen ausschließlich befristet vermietet. Läuft der Mietvertrag aus oder werden bei der Verlängerung die Mietpreise erhöht, heißt es Kisten packen und in die nächste 3-Jahres-Wohnung ziehen. Zwar kann die Mindestvertragsdauer beliebig verlängert werden, doch kann sich der Mieter nicht darauf verlassen. Zudem kann der Vermieter die Miete anheben, indem er einen unbefristeten Vertrag in Aussicht stellt.

Wohlbemerkt, im unbefristeten Altbau
dient der Richtwert vielmehr als Empfehlung
und schon lange nicht mehr als bindende Obergrenze!

Hier gehört eine strafrechtliche Verfolgung her. Aber wo kein Gesetz, da kein Recht.

Altbauten im 5. Wiener Gemeindebezirk (c)Sandra Fleck

Fair und leicht verständliches Mietrecht
Daher sollte dem Vermieter bei Erhöhung der Richtwertmiete eine Strafe drohen. Das ginge mit einem neuen Mietrecht, das fair und leicht verständlich ist für jeden.
Zudem kommt eine rechtliche Vertretung im Bezug auf den Lagezuschläge. Fast jeder Mieter einer Altbauwohnung in Wien bekommt den höchstmöglichen Lagezuschlag zu spüren. Dabei wird allerdings nicht genau geschaut, welche Infrastruktur tatsächlich vorherrscht.

Wohnungssuchende auf Twitter

Es reicht scheinbar in einem der inneren Bezirke zu wohnen. Ob Bildungseinrichtungen, Einkaufmöglichkeiten oder öffentliche Verkehrsmittel anbinden, ist nicht immer gegeben. Ein automatischer Aufschlag sollte daher nicht möglich sein. Auch hier bedarf es einer gesetzlichen Regelung und vor allem Überprüfung derer.

Wohntraum

Eingang zum Eigenheim mit Traumküche (c)Sandra Fleck

Denn wie schön wäre das: Die Traumküche einbauen, die man schon immer haben wollte. Den Balkon nicht mehr gegen eine Wohnung ohne tauschen müssen. Sich mit seinen Nachbarn anfreunden, ohne Angst zu haben sie wieder zu verlieren. Die Kinderplanung entspannt angehen. Oder einfach mal ruhig schlafen – wohlbemerkt, mit Dach über dem Kopf! Das wäre ein guter Anfang!